Einsteiger
Wie Einsteigen? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   

Als Einsteiger steht man natürlich vor vielen Fragen. Was für ein Auto Kaufen, was für ein Motor,.. was dies und was das,….

 

Grundsätzlich macht es natürlich am meisten Spaß wenn möglichst gleich motorisierte Fahrzeuge von gleich guten (oder auch gleich schlechten) Fahrern gefahren werden.

 

Neben den Klassen für Experten und Wettbewerbsfahrern hat sich bei uns auch eine Hobbyklasse herauskristallisiert bei der der Einstieg gar nicht teuer sein muss. Wenn man sich bei der Wahl seiner Fahrzeugkomponenten an unserer Hobbyklasse orientiert, macht man mit Sicherheit nichts falsch und kann, wenn man das möchte, sogar an kleinen Wettbewerben teilnehmen

 

Also


Was für ein Auto? Ein allradgetriebenes Tourenwagenchassis im Maßstab 1/10.

 

Wenn man bereits ein Auto hat, einfach zu uns mitbringen, wenn nicht geben die folgenden Tipps hoffentlich eine Orientierungshilfe.

 

Um möglichst offen zu sein und viele Leute mit vorhandenen Fahrzeugen anzusprechen erlauben wir in unserer Hobby-Rennserie alle Chassis, egal ob Kohlefaserchassis oder Plastikbomber. Momentan gibt es in NRW verschiedene Rennserie (z.B. Histo-Cup) welche ein bestimmtes Chassis vorschreiben. Das ist dann meist ein Tamiya TT01 oder TT02. Damit liegt man mit Sicherheit nicht falsch. Sicher holen die Experten in den Rennen aus einem Kohlefaserchassis meist noch 1/10 Sekunde mehr heraus, aber viel mehr ist das in der Hobbyklasse nicht und kein Vergleich zu den 1-2 Sekunden, die man Anfangs auch mit einem superteuren Chassis in den Kurven liegen lässt.

 

Ein teures Chassis lohnt sich also Anfangs kaum. Viel wichtiger ist dass Lenkung, Federung und alles leichtgängig und vernünftig eingestellt ist. Wenn man ein gebrauchtes Kohlefaserchassis in gutem Zustand günstig bekommt, prima, aber: Ist da wirklich alles in Ordnung oder ist die Karre verbastelt, gibt’s da noch Ersatzteile wenn man mal in die Bande fährt? Und.. mit so einem Chassis kann man das komplette Fahrwerk verstellen. Das geht sowohl in positiver als auch negativer Richtung: ist das Anfängerfreundlich eingestellt oder hat sich da ein Experte ein hypernervöses Setup mit engem Grenzbereich für eine bestimmte Rennstrecke zusammengeschraubt mit dem er da noch ein paar hundertstel herauszuholen glaubt?… jeder Einsteiger wird mit sowas überfordert. Als Einsteiger hat man da kaum einen Chance allein herauszufinden, wo der Knackpunkt liegt. Wenn ihr aber mit so einem Auto zu uns kommt sehen die Experten in der Regel nach ein bis zwei Runden wo man schrauben muss damit es funktioniert.

 

Bei einem Einsteigerchassis wie den TT01/02 kann man nicht so viel kaputtkonfigurieren. Nur wenn man eine ganz günstige Einstiegsvarianten mit Gleitlager erwischt hat sollte man diese gleich durch günstige Kugellager ersetzten. Leider werden aber nicht nur günstige Einstiegsfahrzeuge von Firmen wie Tamiya oder Yokomo angeboten. Im Internet tummeln sich viele vermeintlich günstige Angebote bei denen man Glück oder Pech haben kann. Leider haben wir oft Pech gesehen, „beliebt“ sind z.B.. Lenkungen die so schwergängig sind dass die eingebauten Billigservos schon Probleme haben zu lenken, von exakter Rückstellung ganz zu schweigen. Damit hat man meist kaum eine Chance auf Fahrspaß und das Auto des hoffnungsvollen Einsteigers wandert kurze Zeit später in den Keller, den Schrott oder bekommt auf eBay die Chance den nächsten zu verschrecken.

 

Damit sind wir schon einer Schlüsselkomponente, welcher Anfangs zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, dem

 

Servo

 

Dies ist in der Tat eine der wenigen Komponenten an der man nicht sparen sollte. Billigservos für 10 Euro sind definitiv nicht geeignet. Im Gegensatz zu Parkplatz wo der nächste Boardsteim auch mal 20 Meter entfernt sein kann ist die nächste Kante auf der Rennstrecke nie weiter als 2 Meter entfernt. Man braucht eine gesunde Mischung aus Kraft und Geschwindigkeit kombiniert mit exakter Rückstellung, sonst macht das einfach keinen Spaß. Meist braucht man sogenannte Low-Profile Servos,. Vernünftige Digitalausführungen mit Metallgetriebe, 0,1Sek Stellzeit pro 60° und 50Ncm sind für ca 50,- Euro zu haben. Das reicht dann aber auch für den Experten. Mehr Geld geben auch die meisten Experten bei uns auch für Servos in schnellere Fahrzeuge nicht aus.

 

Motor

 

Wenn man vom Parkplatz kommt hat man meist einen für die Rennstrecke völlig überdimensionierten Motor. Das macht das ganze äußerst schwer zu kontrollieren. Erstaunlicherweise ist man auf der Rennstrecke damit nicht mal schnell. Sicher, die Beschleunigung auf den Geraden ist Klasse, aber in den Kurven wird das Gerät so schwer zu kontrollieren, dass man trotz Supermotor ruck zuck von den Racern mit den billigsten Büchsenmotoren überholt wird.

 

Der Trick ist dann in der Fernsteuerung das Gaspedal mittels Dual Rate zu begrenzen (oft auf 30-50%). Sobald man runder und kontrollierter fährt verbessern sich die Rundenzeiten.

 

In unserer Einstiegsklasse (und auch im NRW Histo CUP) haben wir uns für die Rennen auf die 17.5t Motoren von LRP (X12 und X20) geeinigt. Dies aber mit einer zahmen Übersetzung von 1:6.5. Unsere Experten fahren die gleichen Motoren in den Standardklassen mit der deutlich schnelleren und anspruchsvoller zu beherrschenden Übersetzung von 1:4.5. Bei 1:4,5 empfehlen wir aber einem Einsteiger die Geschwindigkeit für die ersten Versuche auch beim LRP 17.5t Motor noch das Gaspedal über die Steuerung ein wenig zu drosseln. (ca 70%)

 

Wenn man nicht die entsprechenden Rennklassen fahren möchte, die den Motor vorschreiben, muss es natürlich nicht unbedingt ein X12 der X20 sein. Dann reicht Natürlich jeder andere Motor vergleichbarer Leistung.

 

Ein besonders günstige Möglichkeit sind auch die aus der Mode gekommenen und als „Büchsenmotor“ diffamierten alten Bürstenmotoren einfachster Bauweise. Für 10 Euro bekommt man da einen billigen Einstiegsmotor, die Fahrtregler sind auch billig und man bekommt ähnliche Geschwindigkeiten wie mit auf 1:6.5 übersetzen X12 hin. Man ist also mit der Motorisierung zu den Fahrzeugen in unserer Hobbyklasse und den NRW Histo-Cup Fahrzeugen vergleichbar. Teilweise gibt es auch Sonderangebote von komplettem TT01/02 mit genau solchen Motoren.

 

Karosserie

 

von den Racern liebevoll verächtlich „Deckel“ genannt sind die Karosserien genau das: ein Kunsttoffdeckel, der einfach auf das Auto drauf-gestülpt wird und maßgeblich für das mehr oder weniger gute Fahrverhalten verantwortlich ist. Erstaunlicherweise spielt auch bei diesen geringen Geschwindigkeiten die Aerodynamik, oder genauer, die durch die Aerodynamik erzeugte Abtriebsverteilung, eine ganz entscheidende Rolle.

 

Auch wenn in Rennserien oft bestimmte Karosserien vorgeschrieben sind oder man ganz besonders schöne Karosserien bevorzugt. Für den Anfang am einfachsten zu handhaben sind Standard Renn Karosserien wie Mazda6 und Dodge Stratus. Beide sind für ihr gutmütiges Lenkverhalten bekannt und bieten auch auf der Geraden eine stabiles Fahrverhalten. Zum Trainieren ist es egal, ob man diese Karosserien in 190er oder 200er Breite (Verbrenner-Karosserie) kauft. Man findet meist recht günstige Angebote für derartige Karosserien unter 20 Euro.

 

Bei der Lackierung sollte man auf jeden Fall eine helle leuchtende Farbe wählen. Dunkle Farben, grau und silber mögen hübsch aussehen, machen einem die Erkennung aber schwer

 

Akkus

 

Da fällt die Wahl mittlerweise einfach: Lipo 7.4V in Hardcase. Als Anschlüssen werden meist die Typen mit 4mm Stecke gefahren.

 

Wenn man die Lipos ordentlich behandelt, sind diese für unsere Anwendung langlebiger und unkomplizierter als es die alten NiMh Akkus je waren.

 

Zum Thema ordentliche Behandlung von Lipos gibt es reichlich Literatur. Für uns besonders wichtig ist dass das Hardcase Schutz vor mechanischen Beschädigungen bietet und dass die Ladegeräte für Lipos geeignet und mit Balancern versehen sind.

 

Bei der Akkugröße reichen günstige 5000mAh Typen mit 35C für den Anfang völlig aus und kosten weniger als 30 Euro. Teilweise haben derartige Akkus bei unseren Experten schon jahrelangen Trainingseinsatz auf dem Buckel.

 

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 21. September 2017 um 18:59 Uhr
 




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